Montag, 31. August 2009

Rubrik: Barhocker

Frédéric im Café Stadler, Friedrichshain, Boxhagener Str. 69, Standardgetränk: Schönramer Naturtrüb

Ich fand die Vorstellung, eine Stammkneipe zu haben, schon immer spannend. Seit sechs Jahren wohne ich am Ostkreuz und vor zwei Jahren, als Andi den Laden aufgemacht hat, wurde ich endlich fündig. Die Atmosphäre im Stadler ist eine besondere und das Bier ist es auch. Andi pflegt ein reges Kulturprogramm: Klaviermusik, Jam Sessions, Vernissagen und Lesungen und schöpft dabei aus seiner langjährigen Erfahrung im Theaterbereich.
Ich selbst bin Absolvent der Bildenden Kunst und seit drei Jahren im Bereich des experimentellen Kurz- und Autorenfilms tätig. Einige meiner Kurzfilme habe ich hier erst kürzlich vorgeführt. In der Anfangszeit habe ich im Stadler ein zwei Bier getrunken und gezeichnet. Zum zeichnen komme ich inzwischen kaum noch, da ich hier mittlerweile immer Menschen treffe, mit denen ich mich unterhalte und austausche.Aus diesen Gesprächen entwickeln sich regelmäßig Zusammenarbeiten: Verknüpfungen zwischen Kunst, Film, Musik und Leben – unbezahlbar und essentiell zugleich.
Als mir einmal auf den letzten Drücker eine Schauspielerin abgesprungen ist, bin ich hierher gekommen, um ein Bier zu trinken und weiterzuarbeiten – am Ende des Abends hatte ich im Stadler unverhofft Ersatz gefunden. Ich vermisse das selbstgebackene Brot und die selbst gemachten Maultaschen, die es hier früher gab. Aber das hat sich für Andi leider nicht gerechnet. Wenn ich direkt hier im Haus wohnen würde, wäre ich wohl täglich hier, aber auch so ist das Café Stadler praktisch ein Wohnzimmerersatz für mich.

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