Mittwoch, 11. März 2009

Jan Svěrák: Der Regisseur (kurz)

„Mach Filme über das, was Du kennst!“ Das ist Jan Svěráks Credo. Und so widmet er sich in seinen Filmen tschechischen Themen. In seinem Studienabschlussfilm ROPÁCI (Die Ölfresser) ist es die Umweltverschmutzung, sein erster Spielfilm OBECNÁ ŠKOLA (Die Dorfschule) ist ein Stimmungsbild der Zeit kurz nach dem 2. Weltkrieg, bei KOLJA werden Spätkommunismus nebst Revolution und das Verhältnis zum „Bruderland“ Sowjetunion verhandelt, TMAVOMODRÝ SVĚT zeigt das Schicksal tschechischer Piloten, die während des 2. Weltkriegs für die englische Luftwaffe flogen und VRATNÉ LAHVE (Leergut) schließlich widmet sich den nicht nur amourösen Sorgen und Nöten der Menschen in der Jetztzeit.
Im Gegensatz zu den Geschichten ist Svěráks Filmsprache international. Hier ist die Ästhetik Hollywoods für ihn der Maßstab. In technischer Hinsicht ist Svěrák ein präziser Handwerker, der alle filmischen Mittel – Fotografie, Schnitt, Musik exakt komponiert, um beim Zuschauer den gewünschten Effekt zu erzielen.
Nicht zu vergessen die penible Arbeit an den Drehbüchern. Dabei kommt sein Vater Zdeněk ins Spiel, der ihm für fast alle Spielfilme die Vorlage liefert. Zusammen bilden die beiden das „Dreamteam“ des postkommunistischen tschechischen Films: Alle in dieser Teamarbeit produzierten Streifen knackten im Land die Millionengrenze bei der Zuschauerzahl und auch im Ausland konnten beachtliche Erfolge gefeiert werden.
Das geht natürlich nur mit Filmen, die die ganze Familie ansprechen. Und so finden sich schockierende oder abstoßende Szenen eher selten, dafür wird den Irrungen und Wirrungen des Zwischenmenschlichen Raum gegeben. Tschechische Ironie und leichte Abseitigkeiten fehlen jedoch nicht.

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