Donnerstag, 18. Dezember 2008

Geschenke für Ungewollte

Abgelehnte Migranten werden in Berlin im Abschiebegewahrsam Köpenick inhaftiert – ein Besuch auf der Schattenseite

In der Bundesrepublik leben rund 15,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund – in der Hauptstadt sind es 500 000 aus 200 Ländern. Unerwünschte Migranten werden in Berlin im Abschiebeknast Köpenick untergebracht. Ein Besuch zum Internationalen Tag auf der Schattenseite der Migration nach Deutschland.

Rosenweg heißt die Haltestelle der Straßenbahn. Auf der einen Seite erblickt man das idyllische Dahmeufer mit seinen schmucken, bunten Neubauten. Auf der anderen Straßenseite empfängt einen ein Betonparkplatz, eine hohe Betonmauer gehalten in jenem automatisch Beklemmung auslösendem Amtsgrün. Dahinter thronen Plattenbauten, jedes Fenster vergittert: der sogenannte Abschiebungsgewahrsam Köpenick.

Hier werden Migranten ohne Aufenthaltsstatus und Illegalisierte festgehalten. Ein Knast also. Menschen werden eingesperrt, damit sie alle Hebel in Bewegung setzen, um wieder auszureisen. Eine Art Beugehaft. Rund 70 Personen meist vietnamesischer Herkunft sind momentan offizielle Gäste der Bundesrepublik. An diesem grauen Dezembermittwoch vor Weihnachten sollen Geschenke übergeben werden. Brettspiele, Plüschtiere, ein Spielzeugtraktor, ein quietschbuntes Kinderkeyboard sind zu sehen, als Robert Schaddach den Kofferraum seines Autos öffnet.
»Ich hatte schon befürchtet, dass nicht alles in den Wagen passt«, sagt der Berliner SPD-Abgeordnete, der gemeinsam mit anderen aus Treptow-Köpenick Ende Oktober dazu aufgerufen hatte, Spielsachen zu spenden. Nein, Kinder seien zwar momentan nicht inhaftiert, aber sie kommen zu Besuch. Etwas Spielzeug lockert die beklemmende Situation. Berlin hat dafür natürlich kein Geld.
»Viele ältere Paare sind vorbei gekommen und haben bergeweise Sachen abgegeben«, sagt Karolina Engelbrecht, Mitarbeiterin von Schaddach. »Wir hatten nur positive Reaktionen, der Rest schweigt«, erklärt Schaddach. Das Tor öffnet sich, heraus kommt Hans-Jürgen Schildt, stellvertretender Leiter des Abschiebungsgewahrsams.
Auch er freut sich über die Gaben. »Wir wollen die Situation für die Häftlinge so angenehm wie möglich machen«, sagt er, »schließlich sind das ja unbescholtene Bürger.« Das Letzte klingt interessant, schließlich dürfen die Illegalisierten sich nicht frei bewegen, was ja jedem unbescholtenen Bürger zustünde. Dafür ist Hans-Jürgen Schildt jedoch nicht zuständig. Er sagt: »Die Haftbedingungen haben sich wesentlich gebessert – mehr Licht, mehr Platz. Und mit den Brettspielen haben die Insassen wieder etwas mehr Beschäftigung.« Die sei wichtig, damit die Leute nicht auf trübe Gedanken kommen, meint Schildt.
Damit spielt er auf die Negativschlagzeilen an, die der Abschiebeknast seit Jahren immer wieder machte: Selbstmorde, Massentumulte, sexueller Missbrauch; die Liste ist lang. Schaddach bestätigt indes die deutliche Besserung: »Da ich auch im Petitionsausschuss sitze, bekomme ich das mit. In den letzten Monaten war nichts mehr.« Trotzdem gibt es an dem ganzen System nichts zu beschönigen. Bis zu 18 Monate Haft sieht der Gesetzgeber vor, selbst wenn der Gefangene gewillt ist, auszureisen. Manchmal scheitert es am Geld, häufig an den Botschaften.
Vom vietnamesischen Konsulat einen Pass zu erhalten, erfordert etwa übermenschliche Anstrengungen. Kritik übt der Berliner Flüchtlingsrat auch an dem von der Anstaltsleitung unabhängig agierenden ärztlichen Dienst im Abschiebeknast. In einem Bericht vom 15. Oktober heißt es, dass »der allgemeine Umgang mit psychisch belasteten und traumatisierten Personen völlig unzumutbar ist. So werden suizidgefährdete Personen in einzelnen Isolierzellen untergebracht, unter Daueraufsicht gestellt«.
In der Einfahrtsschleuse werden die Geschenke in ein Polizeiauto umgeladen. Robert Schaddach hat noch eine Überraschung für das Personal: Stollen. Schildt freut sich. Weihnachten im Knast.

Freitag, 31. Oktober 2008

Kunststoffmöpse und Lichtblicke

Sehenswertes und einige Entdeckungen auf der Berliner Liste im »Haus Cumberland« am Kudamm.

Das fünfte Mal nun öffnet die Berliner Liste als einer der Satelliten des Art Forums ihre Pforten. Wie üblich wurde ein neuer Standort gefunden, diesmal ist es das »Haus Cumberland« am Kudamm. Vor langer Zeit ein Luxushotel, Letztnutzerin war die Oberfinanzdirektion Berlin. Versprüht das Parterre noch eine gewisse Grandezza, so verfliegt dieses Gefühl in den oberen Stockwerken relativ schnell. Vorteilhaft für die Schau ist die räumliche Nähe zum Messegelände und den Kudamm-Hotels. Da wagt sicher der eine oder andere Besucher des Art Forums eine Stippvisite.
73 Galerien aus elf Ländern zeigen auf 3500 Quadratmetern das, was sie für richtig halten, ein Viertel mehr als bei der letzten Ausgabe. Und das, obwohl sich dieses Jahr laut Leiter Wolfgang Völcker nur rund 150 Galerien beworben hatten; im letzten Jahr wurden nach Veranstalterangaben rund 200 Bewerbungen gezählt.
»Wir wollen Künstler vorstellen, die zum Teil noch niemals auf einer Messe ausgestellt haben«, sagt Wolfgang Völcker über sein Messekonzept. Eine »wirkliche Entdeckermesse« sei die Liste im Gegensatz zur Preview. Man habe sich jedoch in den letzten Jahren deutlich professionalisiert. »Wir fegen nicht mehr selbst«, führt Völcker als Beweis an. Auch sei Peter-Klaus Schuster, scheidender Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, letztes Jahr da gewesen. Mehr Fotografie und mehr Collagen (»die Künstler greifen wieder zu Schere und Kleber«) sind dieses Jahr zu sehen, außerdem sind als neue Rubriken Fotografie sowie Kunst seit 1960 dazu gekommen. Die vierte Etage wird von Studenten der Klasse Medienkunst der Berliner UdK bespielt. Gezeigt werden durchaus sehenswerte Videokunstprojekte der letzten Semester. Wie immer bei Videokunst gilt es, etwas Zeit mitzubringen.
»Natürlich sind auf der Berliner Liste auch Sachen zu entdecken, die gegen das allgemeine Kunstgeschmacksniveau sind«, räumt Völcker diplomatisch ein. Sicher ein gutes Geschäft für die Galerie Maisenbacher aus Trier sind die schwarzen Kunststoffmöpse von Ottmar Hörl. Das 40 Zentimeter hohe Multiples sei »in seiner Existenz das Spiegelbild von Exzentrik, eines Charakters oder einer Lebensform, welche das unmittelbar mit dem Stichwort ›Hund‹ verbundene ad absurdum führt«, so der Künstler. Aha. 100 Euro pro Stück soll einem dieses Massenprodukt aus der gefühlten Kategorie Gartenzwerg wert sein. Aber immer noch besser als vieles andere, was sonst noch so zu sehen ist.
Natürlich gibt es auch Lichtblicke. Interessant und in Sammlerkreisen beliebt ist zum Beispiel die Street Art des Franzosen Blek le Rat, der als Urvater der Schablonenmalerei gilt. Sie ist Teil der Schau des zeitgenössischen Programms der Freiburger Galerie Springmann. Wolfgang Völcker hofft, mit seiner Kunstschaubude die 10 000-Besucher-Marke zu knacken und so den Platz der Berliner Liste als zweitgrößte Schau nach dem Art Forum zu festigen. Das könnte ihm mehr aufgrund des guten Standorts gelingen.
Täglich bis 1. 11. 13-21 Uhr, am 2. 11. 13-19 Uhr, Haus Cumberland, Kurfürstendamm 193-194, Eintritt 12 Euro, www.berliner-liste.org

Dienstag, 28. Oktober 2008

Beene, nach denen janz Berlin verrückt ist

Eine Revue führt alt und jung zusammen

Musik und Geselligkeit waren schon immer ein probates Lockmittel, um Menschen für sich zu gewinnen. Bereits die Kirche wusste das, natürlich zog auch in der Arbeiterbewegung der fröhliche Teil der Versammlungen viele Proletarier an und auch die heutige Jugendarbeit nutzt das kreative Potential, das Musik machen und hören freisetzt. Genauso wurde Musik auch für finstere Zwecke missbraucht, zum Beispiel von den Nationalsozialisten.
Gemeinsam begaben sich das Schöneberger Seniorenthaterprojekt „Werkstatt der alten Talente“ mit Studenten der Musik- und Theaterseminare der Hellersdorfer Alice-Salomon-Fachhochschule auf Spurensuche. Die musikalische Revue „Lieder, die schockieren, verführen, irritieren…“ entstand. Premiere war am vergangenen Freitag in Hellersdorf anlässlich des 100jährigen Bestehens der von der Frauenrechtlerin Alice Salomon begründeten Schule.
Alice Salomon und die von ihr organisierten Arbeiterinnenabende bilden dann auch den Auftakt. Während die Frauenrechtlerin die Proletarierinnen mittels Klaviersonaten hohe Kultur nahebringen will, mögen die Damen es derber. Sie singen über „Beene, nach denen janz Berlin verrückt ist“, oder die ihr Mieder öffnende, dicke Frau Meyer. Diese mit viel Schwung vorgetragenen Lieder sind Part der älteren Darsteller. Das Publikum – über 200 Menschen fanden dichtgedrängt Platz im bescheidenen Audimax der FH – johlt.
Klammer der Revue bildet ein Treffen des Vorstands der Noten. Zwischen den einzelnen Szenen wird ein heftiger Konflikt verhandelt: Das hohe C will austreten und aus allen Kompositionen gestrichen werden, da zu viel Schindluder getrieben werde. „Menschen wurden vergast und dabei wurde Beethovens Neunte gespielt“, sagt das hohe C. Eine beklommene Stille herrscht im Saal, während der BDM-Chor „Kein schöner Land zu dieser Zeit“ anstimmt.
Vom zur Nazizeit verfemten Swing geht es weiter über Rock'n'Roll bis zu „Hippieschnulzen“, doch das hohe C lässt sich nicht umstimmen. Es hat den Glauben an das Gute verloren und kontert mit aktuellen Neonazibands.
Das pralle Leben der Sozialpädagogik bestaunt der Zuschauer gegen Ende der Revue. Es geht um die Arbeit mit jungen Straffälligen, die über ihre Hoffnungen und Wünsche für die Zeit nach dem Knast rappen sollen. Die Motivation hält sich natürlich zunächst in Grenzen. Doch dann geht es in die vollen: „Ick jeh zu meinen Homies“, singt der eine „Ick mach Tabledance“, die andere, denn das Rotlichtmilieu sei ihr zuhause. Und schließlich sei doch alles, was Geld bringt, positiv.
„Von einer wahren Begebenheit inspiriert“, sei das Stück, erläutern die Studentinnen noch, bevor weitere Worte im tosenden Applaus untergehen. Rote, glänzende Gesichter überall. „Anstregend, aber sehr schön“, sei es gewesen, sagt noch eine Mitwirkende, bevor sie gen Ausgang entschwindet. Rund 50 Beteiligte mussten unter einen Hut gebracht werden. Alle, jung und alt, sind immer noch zu aufgeregt und euphorisch erleichtert, um noch irgendwas zu sagen. Adrenalin ist eben kein Privileg der Jugend.
Die Revue ist nochmal zu sehen am kommenden Donnerstag um 20 Uhr im Nachbarschaftsheim Schöneberg in der Holsteinischen Straße 30. Karten können telefonisch unter der Nummer 030-855 42 06 vorbestellt werden. Das „Theater der Erfahrungen“ mit seinern zahlreichen Gruppen und Workshops ist natürlich immer auf der Suche nach neuen Mitwirkenden. Kontakt bekommt man unter der selben Telefonnumer sowie unter www.theater-der-erfahrungen.de

Samstag, 18. Oktober 2008

Keine Ruhe zum angeln

Steigende Mieten sorgen die Bewohner des Wrangelkiezes

„Die Leute, die man früher in der Kastanienallee gesehen hatte sind nun auch hier“, so beschreibt eine junge Frau konkret das, was jedes Stadtmagazin und jede Tageszeitung seit Jahren berichten. Der Wrangelkiez, jener inselartig von Görlitzer Park, Spree und Landwehrkanal umschlossene Streifen Kreuzberg, hat sich in den letzten Jahren zu einem Szeneviertel entwickelt.
Zu sehen ist die junge Frau im Dokumentarfilm „Ein Tag im Wrangelkiez“. Zuzügler und Alteingesessene geben in ihm Auskunft zu ihrer Sicht der Situation und den Veränderungen der letzten Jahre. Zu Wort kommt auch ein langjähriger Bewohner, der sich beklagt, dass seit der Maueröffnung eben keine Ruhe zum angeln mehr sei. Aber auch die Wirtin der 24-Stunden-Kneipe Jasmin teilt ihre Gedanken mit uns. Trotz allem sei der Wrangelkiez „ein Stück Kreuzberg, was noch echt ist.“
Der ganz frisch fertiggestellte Film bildete den Auftakt eines vom Quartiersmanagement veranstalteten Kiezgespräches, das am Donnerstagabend unter dem Titel „Der Wrangelkiez im Aufschwung? Chancen und Risiken für das Quartier“ stattfand. Für die wissenschaftliche Basis sorgte Sigmar Gude vom Topos-Institut, der Daten aus seiner für den Bezirk erstellten demographischen Studie vorstellte. Das wichtigste: Es gibt weniger Kinder in der Gegend als 1993, vor allem bei Migranten. Das merkt man bereits an der Fichtelgebirge-Grundschule: Dort sank der Migrantenanteil in den ersten Klassen von früher 86 Prozent auf 55 Prozent in diesem Schuljahr, berichtete eine Lehrerin. Für die Bruttokaltmiete müssen die Bewohner 2008 durchschnittlich 32 Prozent des Haushaltseinkommens investieren gegenüber 20 Prozent 1993. „Diese Entwicklungen sind jedoch in ganz Berlin ähnlich“, sagt er. Trotzdem dächten nur 22 Prozent der Bewohnerschaft über einen Wegzug nach, ein rekordverdächtig niedriger Wert, in Neukölln-Nord läge die Quote bei fast 50 Prozent. „Die größte Gefahr für die nächsten Jahre ist eine Polarisierung zwischen einkommensschwachen Migrantenhaushalten und wohlhabenden Haushalten“, so Budes Fazit.
Im Gespräch mit den Einwohnern erklärte Bezirksbürgermeister Franz Schulz von den Grünen, dass wegen Gesetzesänderungen in den letzten Jahren die Möglichkeiten des Bezirks, die Mieten zu kontrollieren, sehr schwach sein. Allenfalls Luxussanierungen könne man verbieten. Auch die zunehmende Umwandlung von Mietwohnungen in Ferienwohnungen sei „praktisch nicht zu verhindern.“ Also das Übliche „Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott“ der letzten Jahre. Beruhigend ist das nicht.

Nicolas Šustr

Dienstag, 14. Oktober 2008

Pankow macht Müll museal

Müll im Museum, das ist spätestens seit Eröffnung archäologischer Sammlungen üblich, schließlich kommt man dem antiken Leben nirgends näher als beim Durchwühlen der Abfallgruben jener Epoche. Und so ist auch der heutige Müll ein Spiegelbild unserer Zeit und natürlich auch das, was man aus ihm macht. Denn Abfall ist nicht nur Rohstoff für Heizkraftwerke und Recyclingzentren, sondern auch für Kunst.
Den Beweis tritt seit letzten Freitag das Trash-Art-, also Müllkunst-Museum, an. „Alles, was nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, hat hier seinen Raum“, sagt Adler A. F., ihres Zeichens Trash-Künstlerin aus München und Mitbegründerin des Ausstellungsraumes. Dass die ganze Angelegenheit nicht der klassischen Ästhetik verpflichtet ist, merkt der interessierte Besucher bereits bei Betreten des Areals: Das Hinterhofensemble aus Garagenkomplex und Werkstattgebäude versprüht den spröden Charme grauer Fassaden und grober Betonböden.
Bereits seit zwei Jahren residiert hier Kunst-Stoffe, die selbsternannte „Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien“. Dinge wie alte Werbeplanen, Schaumstoffreste, Holzplatten oder Plexiglasabschnitte werden gesammelt, sortiert und Künstlern als Material für ihre Werke zur Verfügung gestellt. Dazu gibt es noch gut ausgerüstete Werkstätten zur Verwirklichung der künstlerischen Vorstellungen. Alles mit wenig Geld und viel Enthusiasmus organisiert.
Quasi ein Abfallprodukt der bisherigen Arbeit ist das nun eröffnete Museum, nach Auskunft der Macher das weltweit einzige seiner Art. Es besteht aus einem Raum. Scheinbar wahllos füllen ihn Kunstwerke: büstenartige Skulpturen aus Metallabfällen, auf Paketpapierrollen gemalte Bilder oder in alle Dimensionen wuchernde Installationen aus bunt gemusterten PVC-Bodenbelägen. Alles mit dem Reiz des Unfertigen, spontanen.
„Das würde man hier nicht erwarten“, sagt der zur Eröffnung erschienene Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne. Er sieht das ganze Projekt als „mögliche Keimzelle einer kreativen Szene.“ An Daniel Witt, einem der künftigen Kuratoren, soll das nicht scheitern, rund um die vorgesehenen monatlichen Vernissagen plant er Performances, Lesungen und Konzerte. „Es soll ein Platz für alle werden, jenseits der Perfektion“, so sein Wunsch. „Mehr Aufmerksamkeit für das ganze Projekt“ erhofft sich Corinna Vosse von Kunst-Stoffe. Und mehr Geld wäre auch nicht schlecht. Da winkt Bezirksbürgermeister Köhne müde ab und freut sich lieber darüber, was für tolle Sachen „auch ohne staatliche Förderung“ entstehen.
Nicolas Šustr
Berliner Str. 13, 13189 Berlin-Pankow, geöffnet freitags von 11-18 Uhr, www.kunst-stoffe-berlin.de

Sonntag, 7. September 2008

Lebensaufgabe Berlin – Pflüger spricht über sich

Friedbert Pflüger, CDU-Spitzenkandidat bei der letzten Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und ebendort Fraktionsvorsitzender, ist pünktlich. Um Viertel vor sieben steht er zusammen mit seinem Pressesprecher und dem Pfarrer vor der Zwölf-Apostel-Kirche in Schöneberg, nur wenige Schritte von der Potsdamer Straße. Keine glamouröse Gegend, dominiert von Möbelhäusern, Sex-Shops und Straßenstrich.
Er ist hier, um Auskunft zu geben über sich. „Was mich treibt“ lautet das Motto der Andachtsreihe, die in den nächsten Wochen immer donnerstags in der Kirche stattfinden wird. Das könnte interessant werden, schließlich fällt einem als Beobachter der Berliner Politik im Falle Pflüger als Antrieb höchstens Masochismus ein. Die Ereignisse des Tages – Pflüger kündigte seine Kandidatur als Landesvorsitzender an und die Parteiführung reagierte kühl bis widerborstig – verstärken den Eindruck.
Zwei Frauen, elegant-sommerlich in weiß gekleidet, streben direkt auf ihn zu. Pflügers fängt an zu strahlen, als sie ihn ansprechen. Sie sind von der Bürgerinitiative gegen den offensiver werdenden Straßenstrich in der Gegend, übergeben ihm Papiere zum Thema. „Sie kommen doch auch zur Andacht“, will er wissen. Die Frauen bejahen, Pflüger feiert einen kleinen Sieg: „Klasse!“.
Zu Beginn der Messe schreiten er und der Pfarrer nach vorne zum Altar. Pflüger wirkt dabei wie ein Musterschüler. Rund 40 Besucher verlieren sich im Kirchenschiff.
Nach Orgelspiel und Gesang darf er nun über sich sprechen. Engagement und Einsatz seien seinen Eltern bereits sehr wichtig gewesen. Und so will auch er nicht nur für sich gelebt haben, dies könne zwar kurzfristig schön sein, befriedige aber nicht. Mit elf, zwölf Jahren habe er sich bereits so für Politik interessiert „wie Gleichaltrige für anderes.“

Und so kam es, wie es kommen musste. Mit 16 rief er den CDU-Ortsvorsitzenden an, gründet den Ortsverband im inzwischen eingemeindeten Vorort von Hannover. Der erste politische Erfolg ist gleich da, man legt in Eigenarbeit einen Fußballplatz an. „Nie wieder Extremismus, weder von links noch rechts noch religiös motiviert,“ lautet seine Erkenntnis aus der Studienzeit. Als RCDS-Vorsitzender in Göttingen habe er in den siebziger Jahren viel Ausgrenzung erfahren.
Er spricht auch über seine aktuelle Rolle. Die Aufgabe als Oppositionsführer, das ständige Kritisieren, liege ihm nicht so. „Ich hoffe erlöst zu werden und als Regierender Bürgermeister für alle da zu sein,“ sagt er. Und, dass Berlin seine „Lebensaufgabe“ sei, er bisher keinen Tag bereut habe.
Persönlich wird es wieder, als er auf seine beiden Kinder zu sprechen kommt. Ein großes Glück seien die für ihn, wenn auch ein spätes. Volker Ratzmann habe er bereits gratuliert. Vor dem geistigen Auge des Betrachters formt sich das Bild, wie Friedbert Pflüger in einigen Jahren mit der Schaufel in der Hand zwei Fußballtore eingraben wird. Mitten in Berlin, im Park des ehemaligen Tempelhofer Flughafens. Sobald sie stehen, bolzt er mit seinen Kindern drauflos. Und er fragt sich, was ihn damals getrieben hat mit der Berliner CDU. Die Andacht ist vorbei. Es hat geregnet draußen.

Nicolas Šustr

Donnerstag, 3. Juli 2008

Die Beste Mensa Berlins – gibt es die überhaupt?

Pampiges Essen, pampiges Personal und das alles in Wartehallenambiente. Mensen werden traditionell solche Qualitäten zugeschrieben. Doch auch in den Studentenkantinen ist die Zeit nicht stehen geblieben: Salatbüffets, Grillstationen mit frisch zubereiteten Speisen und ein wesentlich freundlicheres Ambiente prägen heute das Bild.
All das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Hauptaugenmerk nach wie vor darauf liegt, die Massen schnell und günstig satt zu bekommen. Gerade in Berlin sind die Dimensionen durchaus bemerkenswert: 27 Kantinen und 23 Cafeterias und Coffeebars betreibt das Studentenwerk Berlin an 35 Standorten. Rund 30.000 hungrige Mäuler werden täglich gestopft. Damit ist das Studentenwerk der größte Gastronomiebetrieb der Hauptstadt.
Ganz dem Zeitgeist entsprechend fühlt man sich gewissen Standards verpflichtet: Täglich wird in den Mensen ein Biogericht angeboten, genmanipulierte Lebensmittel sind tabu und – soweit möglich – wird auch auf Konservierungsmittel verzichtet. Auch Allergie auslösende Stoffe wie glutenhaltiges Getreide, Eier, Nüsse, Milch und Milcheiweiß wurden weitgehend verbannt. Eine Datenbank der allergenen Zusatzstoffe ist im Aufbau und soll 2009 veröffentlicht werden.
Gourmetqualität darf man trotz all der Anstrengungen beim Standardangebot nicht erwarten. Massenverköstigung ist nun mal keine À-la-minute-Küche, statt bissfester Nudeln gibt es labbrige Gabelspaghetti, idealerweise locker-körniger Reis verwandelt sich in Warmhalteschüsseln innerhalb kurzer Zeit zu einer halb vertrockneten Masse, die dank der Zugabe von Fett, das ein zusammenbacken verhindern soll, auch noch eine schmierige Note erhält. Und die Fleischportionen sind mit 130 Gramm auch nicht gerade üppig bemessen.
Zentraler Einkauf und die zentrale Entwicklung von Rezepten sorgen dafür, dass die passable Essensqualität innerhalb einer gewissen Bandbreite in allen Berliner Mensen relativ vergleichbar ist. Ausreißer nach unten sind vor allem dort festzustellen, wo aufgrund fehlender Küchen die Speisen fertig angeliefert werden. So wie in der Mensa Oase am Standort Adlershof der HU. Die Entwicklung ist berlintypisch: Ursprünglich nur als provisorische Versorgungseinrichtung für das wachsende akademische Areal gedacht wurde der Status Quo zum Dauerzustand. Und nicht nur das Essen lässt zu Wünschen übrig, auch die Kapazität reicht hinten und vorne nicht aus.
Das bestätigt auch Maria (24), Geographiestudentin in Adlershof: „Die Oase meide ich.“ Da sie im Wedding wohnt, geht sie ab und zu in die Mensa der TFH in der Luxemburger Straße. „Das Essen ist dort besser, das Personal von der Freundlichkeit her oberes Mittelfeld, Ambiente Okay“, lautet ihr knappes Fazit.
„Mensen betrete ich grundsätzlich nicht“, sagt dagegen Carsten (28), Politikstudent an der FU. Das liegt nicht nur am Essen, die ganze Atmosphäre findet er „fürchterlich und abstoßend.“ So wie er denken viele und nehmen sich lieber etwas von zu Hause mit oder besuchen – soweit an abgelegenen Standorten überhaupt vorhanden – Lokale in der Nähe.
Vor allem rationale Gründe und weniger der Genuss sind ausschlaggebend für den Mensabesuch. Preis und die Schnelligkeit werden von den meisten Studenten als Hauptgründe angegeben. Der Geschmack kommt erst an dritter Stelle.
Robert (32) Philosphiestudent an der FU mit viel Zeit und schmalem Geldbeutel lässt sich bei der Mensawahl vor allem vom Ambiente leiten. Die TU-Mensa an der Hardenbergstraße sei allein schon wegen ihrer Dimensionen „unerträglich“. An einem schönen Sommertag gehört die Mensa Nord der HU zu seinen Lieblingsplätzen: „Da kann man sich nämlich schön auf den Rasen setzen.“ Doch schöne Sommerterrassen gibt es auch woanders, zum Beispiel in der Mensa I der FU im Henry-Ford-Bau mit Blick ins Grüne. Die Cafeteria Skyline im 20. Stock des Telefunken-Hochhauses bietet wiederum einen faszinierenden Blick über die Stadt.
Grit, Sozialpädagogikstudentin an der Alice-Salomon-Fachhochschule in Hellersdorf sieht die Qualitätsdiskussion beim Mensaessen eher pragmatisch: „Machen wir uns doch nichts vor. Das, was die meisten Studis sich zu Hause so reinschieben – Miracoli oder Tiefkühlpizza – ist doch die schlechtere Alternative. Bei der jährlichen Wahl zur Mensa des Jahres haben die Berliner Einrichtungen übrigens noch nie einen Pokal gewonnen. Die Sieger 2007 hießen Würzburg, Bremen und Karlsruhe.


Nicolas Šustr

www.studentenwerk-berlin.de
www.mensadesjahres.de

Mittwoch, 30. April 2008

Japan Bonsai Berlin

Kleine Bäume aus der Krummen Straße
Japan Bonsai Berlin

Alles fing 1980 an. Da machte der gelernte österreichische Koch Johannes Pfeifer in der Krummen Straße, direkt an der Ecke Kantstraße, seinen Laden auf. Asiatische Lebensmittel wollte er, den das Interesse an der Stadt nach Berlin verschlagen und die Liebe zu einer Frau hier gehalten hatte, verkaufen. Als thematisch passende Dekoration hatte er drei Bonsaibäumchen aus seiner Wohnung geholt und zwischen den Regalen aufgestellt.

Für die Lebensmittel interessierte sich die Kundschaft nicht sonderlich. „Aber alle fragten nach den Bonsais“, erinnert sich Pfeifer. Er stellte sich darauf ein und das Sortiment um. Aus dem Lebensmittelgeschäft wurde innerhalb eines Jahres „Japan Bonsai Berlin“. Die Zeit brauchte er, um sich kundig zu machen, was die Pflege der empfindlichen Baumminiaturen angeht, um verlässliche Lieferanten zu finden und um sich selbst in der neuen Rolle als Baumpate einzufinden. „Ich kam ja schließlich wie die Jungfrau zum Kind“, sagt er. Zu jener Zeit war er einer der ersten Bonsaihändler in Berlin.

Die vielen vor dem Laden stehenden Bäumchen sind ein echter Blickfang. „Wenn ich die im Winter drinnen lasse, rufen immer viele Leute bei mir an und fragen, ob ich zugemacht habe“, sagt Pfeifer schmunzelnd. Wer zu ihm kommt, muss sich auch auf viele Fragen gefasst machen. Für welchen Standort die Pflanze gedacht sei – draußen, drinnen, Bad, Küche, Büro oder Wohnzimmer, schattig, sonnig oder feucht, ob sich die Kunden mit der Pflege von Bonsais bereits auskennen, und, und, und. „Ich will ja schließlich, dass der Kunde zufrieden ist“, sagt er. Und das sei ja schließlich nicht gegeben, wenn das Bäumchen eingehe, weil die Bedingungen nicht stimmten, so Pfeifers Credo.

Mindestens 19 Euro muss man bei ihm anlegen, um einen Bonsai zu bekommen. „Das sind allerdings unsere Babies“, sagt Pfeifer. Etwa vier Jahre sind sie alt und so noch ganz am Anfang ihres Baumlebens. Die meisten Kunden geben zwischen 50 und 200 Euro für die schmucken Stücke aus. Wer will kann aber auch mehrere tausend Euro für ein Exemplar hinlegen. Je älter desto teurer lautet die Faustregel. Zu jedem Bäumchen gibt es noch einen dicken Umschlag mit genauer Pflegeanleitung, Zertifikat und Bonsaipass dazu.

Doch mit dem Verkauf ist es nicht getan. Telefonische und persönliche Beratung gehören dazu, genauso wie die Pflege und das Umtopfen der Bonsais. „Auch viele Leute, die ihr Bäumchen im Baumarkt gekauft haben, kommen zu uns“, sagt Pfeifer. Wegen seiner Liebe zu den Pflanzen versucht er, auch solche, häufig hoffnungslosen, Exemplare zu retten. Sehr beliebt ist auch die von Johannes Pfeifer angebotene Urlaubspflege. Bei längeren Urlaubsreisen muss sich die Kundschaft auf diese Weise keine Sorgen um ihre Schützlinge machen. Die Preise dafür beginnen bei 70 Cent pro Tag.

Pfeifers guter Ruf hat sich weit über Charlottenburg hinaus herumgesprochen, sogar aus Brandenburg kommen Kunden zu ihm. Darunter auch viele Prominente, wie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, der schließlich auch in der Nähe wohnt. Bei einer Tasse Kaffee lässt er sich gerne Pflegetipps für seinen Bonsai geben. Warme Worte findet Johannes Pfeifer nicht nur für Wowereit, sondern auch für die von ihm regierte Stadt: „Ich könnte mir nicht mehr vorstellen woanders zu wohnen. Im deutschen Sprachraum gibt es keine spannendere Stadt.“ Und so wird sein Laden sicher noch für viele Jahre die Anlaufstelle für Bonsais in Berlin bleiben. Obwohl das ja eigentlich ganz anders geplant war.

Nicolas Šustr

Japan Bonsai Berlin, Krumme Straße 52, 10627 Berlin, Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-14 Uhr, Tel. 312 13 58

Montag, 17. März 2008

Veranstaltungskalender Brandenburg 2008

21. bis 24. März
Ostern im Museumsdorf Glashütte
Eier bemalen, töpfern, eine Osterwanderung mit einem Förster, eine Wildkräuterwanderung, Puppentheatervorführungen und vieles mehr werden an Ostern im Museumsdorf angeboten. An allen Tagen kann den Glasbläsern über die Schulter geschaut oder auch selbst geblasen werden und die Galerie im Packhof zeigt eine Kunstausstellung. Tel. 033704-980 90, www.ostern-in-glashuette.de

22. März bis 6. Dezember
Caputher Musiken
Die Musiken spannen auch dieses Jahr wieder einen weiten Bogen. Im Schloß Caputh wird das „Das Lied von Guigemar“, ein literarisch-musikalisches Märchen zu Renaissancemusik zu hören sein, die Kirche Caputh wartet mit einem Konzert für Handglocken und Tonstäbe auf. Höhepunkt ist die Caputher Schlossnacht am 30. August. Tel. 033209-209 06, www.caputher-musiken.de

23. März
Brehms Tierleben im Nikolaisaal Potsdam
Die Brandenburger Symphoniker führen den Karneval der Tiere in der Textfassung von Loriot und andere tierisch gute Klassiker am Ostersonntag auf. Tel. 0331-288 88 28, www.nikolaisaal.de

18. bis 20. April
6. Spreewald-Marathon
Auf die Gurke, fertig, los“ lautet das Motto des mit unter einem Meter Höhenunterschied flachsten Marathons der Welt. Walkend, laufend, skatend, wandernd, paddelnd oder Rad fahrend toben sich Sportbegeisterte auf Distanzen von 500 Metern bis 200 Kilometern aus. Nur zuschauen geht natürlich auch. Tel. 035606-427 36, www.spreewaldmarathon.de

20. April
Frühlingspartie am Flämingwalk
Höfe, Gasthäuser und Pensionen in sieben Orten entlang des Nordic-Walking-Wegs laden ein. Geboten werden unter anderem Dorf- und Hofführungen, Familienfeste, Kunstausstellungen, ein Bauernmarkt und allerlei Gaumenfreuden. Auch geführte Wanderungen, darunter eine Kunstwanderung, stehen auf dem Programm. Tel. 030-243 59 60, www.reiseregion-flaeming.de

23. bis 27. April
Sehsüchte – Internationales Studentenfilmfestival Potsdam
Augen auf! Schätze aus aller Welt – genauer gesagt über 100 von Studentenhand produzierte Filme – flimmern über Potsdamer Leinwände. Ein exklusives Vergnügen – wandern doch die meisten der Werke danach ins Archiv. Die Sektion Fokus widmet sich dieses Jahr Afrika. www.sehsuechte.de

26. April
11. Fontane-Rallye Neuruppin
Ob Theodor Fontane sehr erbaut davon gewesen wäre, dass ausgerechnet eine laute und turbulente Rallye nach ihm benannt ist – nun ja. Immerhin kommt bei der Stadtrunde ein klein wenig Monte-Carlo-Gefühl auf. Tel. 03391-65 03 35, www.ruppiner-rennsportgemeinschaft.de

26. und 27. April
Brandenburger Zweiradfrühling
Früher hieß es Brandenburg radelt an, nun eben Zweiradfrühling. Am Konzept hat sich nichts geändert; im ganzen Land werden Fahrradtouren, Feste und weitere Aktionen veranstaltet. Auskünfte zu den Veransaltungen können unter anderem der ADFC Brandenburg (www.brandenburg.adfc.de) und die Tourismus-Marketing Brandenburg geben. Tel. 0331-200 47 47, www.reiseland-brandenburg.de

26. und 27. April
Die Trabers – Hochseilartistik an der F60
Am liegenden Eiffelturm – der stillgelegten Abraumförderbrücke F60 – zeigt die bekannte Artistenfamilie Traber Hochseilkunst der Extraklasse. Am 300 Meter langen Drahtseil sehen die Gäste rasante Motorradfahrten kombiniert mit artistischen Einlagen auf dem Trapez in 60 Meter Höhe. Tel. 03531-608 00, www.f60.de

26. April bis 4. Mai
129. Baumblütenfest Werder
Neun Tage lang herrscht in Werder Ausnahmezustand. Denn die Wirkung des süßen Gesöffs namens Fruchtwein ist nicht zu unterschätzen. Neben Alkoholleichen sind unter anderem das Baumblütenpokalschießen und die Wahl zur Baumblütenkönigin zu bestaunen. Tel. 03327-78 33 74, www.werder-havel.de

1. Mai
Wanderwegfest zum Kraftwerk Schwarze Pumpe
Die Radtour führt entlang der Spree und der Wildwasserstrecke der Kanuten vom Marktplatz Spremberg zum Kraftwerk. Ganztägig sind Kraftwerksbesichtigungen mit Fahrt auf die 162 Meter hohe Aussichtsplattform möglich. Auch für Kinder gibt es viele Beschäftigungsmöglichkeiten. Tel.: 03563-4530, www.spremberg.de

3. und 4. Mai
9. Märkisches Dampfspektakel im Ziegeleipark Mildenberg
Manche sind riesig, anderen winzigklein, doch alle sind sie dampfgetrieben, die Maschinen beim größten Dampftreffen Brandenburgs. Auf dem Programm stehen auch Fahrten mit der urigen Tonlorenbahn, Handwerker zeigen traditionelle Techniken. Nächster Höhepunkt ist die Ziegeleiparknacht am 21. Juni. Tel. 03307-31 04 10, www.ziegeleipark.de

3. und 4. Mai
X. Kunst-Loose Tage im Oderbruch
In 25 Ateliers sind zwei Tage lang die Arbeiten von 40 Künstlern am Entstehungsort zu bewundern – natürlich werden auch die Künstler selbst da sein. Ein Infopunkt schlägt im Gasthaus So oder So in Wilhelmsaue jeweils von 10-18 Uhr seine Zelte auf. Tel. 033475-551 40, www.kunst-im-oderbuch.de

9. bis 11. Mai
Fredersdorfer Bettenrennen
Ob geschoben, gezogen oder von einem Motor angetrieben, Hauptsache das Bett rollt und ist schön anzusehen. Zum 20. Jahr seines Bestehens wird der Wettbewerb am 9. Mai mit einer Party gefeiert, einen Tag später findet der traditionelle Bettenball – Einlass nur in Schlafkleidung – statt und das eigentliche Rennen startet am 11. Mai. Tel. 033846-411 64 www.fredersdorfer-bettenrennen.de

9. bis 18. Mai
Festtage Neue Musik und Pfingstmusiktage in Rheinsberg
Vom geistlich-chorsinfonischen Konzert über eine Darbietung des Laptoporchester Berlin bis zur Wassermusik von Marcus Ludwig bilden die zwei Festivals eine große musikalische Bandbreite ab. Tel. 033931-392 96, www.rheinsberg.de

10. bis 12. Mai
Spreewälder Sagennacht in Burg
Vor einer wildromantischen Naturkulisse am Bismarckturm wird durch die wendische Sagenwelt geführt. Das Vorprogramm widmet sich der Welt des Wassermanns, Mato auf der Suche nach dem Glück im Hauptprogramm erzählt die Geschichte des Wendenkönigs. Tel. 03562-98 61 40 15, www.lkspn.de

14. bis 25. Mai
18. Potsdamer Tanztage
Zehn Tage lang zeigen internationale Kompanien den aktuellen Stand der Tanzkunst in der Potsdamer Fabrik. Teil des Festivals sind auch die Kinder- und Jugendtanztage. Neben Tanzvorführen stehen auch Workshops für Profis und Laien, Tanzfilme, Konzerte und Talkrunden auf dem Programm. Tel. 0331-280 03 14, www.fabrikpotsdam.de

17. und 18. Mai
Radfest Rund um Buckow
Sowohl Profis als auch Hobbyradler sind eingeladen mit ihrem Drahtesel Buckow in der Märkischen Schweiz zu umrunden. Die Hügel der Märkischen Schweiz sind auch für Mountainbiker reizvoll. Tel. 033439-162 02, www.radfest-buckow.de

18. Mai
Neuhardenberg-Nacht
Lichtkunst, Musik, Feuerwerk und Bühnenprogramm machen die Nacht in Neuhardenberg – einem der wenigen erhaltenen Gesamtkunstwerke des preußischen Klassizismus rauschend. Der Eintritt ist frei und auch an Speis und Trank fehlt es nicht. Tel. 033476-604 77, www.schlossneuhardenberg.de

23. Mai bis 26. Dezember
Potsdamer Hofkonzerte Sanssouci
St.Petersburg-Potsdam-Berlin ist diesjähriges Motto der Hofkonzerte. Neben dem Eröffnungskonzert im Schlosstheater lesen am 23. Mai Esther Schweins und Hans Zischler aus dem Briefwechsel zwischen Tschaikowsky und Nadeschda von Meck. Die Attitüden von Lady Hamilton von 27. bis 29. Juni im Palmensaael im Neuen Garten zu erleben. Tel. 0331-24 56 09, www.potsdamer-hofkonzerte.de

24. Mai 2008
4. Lange Nacht der Freien Theater im T-Werk
Einen ganzen Abend von 19-24 Uhr gehört das Potsdamer T-Werk ganz den freien Theatern Brandenburgs. Eine dichte Abfolge kurzer Stücke, mal eigenständig und mal Ausschnitt, mal Rückblick und mal Vorschau, zeigt die Vielfalt der Szene mit den unterschiedlichsten Spielformen. Tel. 0331-71 91 39, www.t-werk.de

30. Mai bis 26. Juli
Brandenburger Klostersommer in Brandenburg/Havel
Diesjähriger Auftakt ist ein Konzert der 17 Hippies bei der Klosterparty am 30. Mai. Vom 6. bis 8. Juni wird in der Klosterkirche St. Pauli Wilhelm Tell gegeben, im historischen Ausflugslokal Buhnenhaus direkt an der Havel bringt das event-theater die Geschichte von Habakuk Schmauch – eine märkische Räuberlegende auf die Freiluftbühne, vom 11. bis 26. Juli zeigt Heimat Provinz – Ein kulinarisch-märkischer Ausflug einen musikalischen Fontane. Dazu wird märkische Küche aus dem 19. Jahrhundert serviert. Tel. 03381-79 32 77, www.event-theater.de

30. Mai bis 6. September
Sommer im Amphitheater Senftenberg
Direkt am Senftenberger See gelegen wird das Amphitheater von der Neuen Bühne Senftenberg vor allem mit sommerlich-heiterer Kost bespielt. Premiere hat dieses Jahr die musikalische Komödie Kiss me, Kate. Wieder zu sehen sind beide Teile der Revue Camping, Camping. Dazu kommen Lesungen, Konzerte, Filmvorführen und auch Kindertheater.

31. Mai und 1. Juni
Spargelfest Beelitz
Es wird wieder gehuldigt. Ein ganzes Fest widmet sich dem poetisch als Frühlingsduft in Stangen bezeichneten Edelgemüse. Natürlich gibt es ganz viel von der weißen Ware in roher oder zubereiteter Form aber auch ein Bühnenprogramm, Handel und Handwerk, Karussells und – unverzichtbar – die Wahl der Spargelkönigin. Tel. 033204-421 12, www.beelitzer-spargelverein.de

6. bis 8. Juni

Bernauer Hussitenfestspiele

Bernau ist bei der Hussitenbelagerung 1432 noch einmal davongekommen. Gefeiert wird das bis heute mit Mittelaltermarkt, Theateraufführungen und vielem mehr, darunter dem großen Festumzug am Sonnabend. Tel. 03338-76 19 19, www.hussitenfest.de


6. bis 22. Juni

Musikfestspiele Potsdam-Sanssouci

Venedig – Musica Serenissima haben die Musikfestspiele als diesjähriges Motto auserkoren. Unter anderem eine musikalische Lesung zum Leben Casanovas, Venezia e Napoli – ein musikalisches Feuerwerk von Nord nach Süd und geistliche Musik aus dem Venedig des 15. und 16. Jahrhunderts stehen auf dem Programm. Natürlich wieder an den schönsten Orten der Potsdamer Schlosslandschaft und abgerundet durch Führungen und Vorträge. Tel. 0331-28 88 80, www.musikfestspiele-potsdam.de

7. Juni bis 30. August
Choriner Musiksommer
Open-Air Feeling kommt im halboffenen Kirchenschiff des Klosters Chorin auf – leider auch bei schlechtem Wetter. Unter anderem die Polnische Kammerphilharmonie, das Brandenburgische Staatsorchester und das Tropetenesemble Joachim Schäfer geben Gastspiele. Tel. 03334-65 73 10, www.choriner-musiksommer.de

14. und 15. Juni
Brandenburger Landpartie
Fischer, Gärtner, Pferdezüchter und natürlich auch klassische Landwirte von Öko bis konventionell laden zur Hofbesichtigung. Und zu probieren gibt es auch viel. Info-Tel 03328-33 76 70, www.landpartie-brandenburg.de

14. und 15. Juni
14. Montgolfiade in Wagenitz
Drei Mal werden in den zwei Tagen Heißluftballons gen Himmel schweben, der Wind bestimmt ihr Ziel. Mitfahrten sind möglich, aber auch von Flughöhe Null ein sehenswertes Spektakel. Tel. 033237-883 83, www.ballonsportclub.de

20. bis 22. Juni
Dorf macht Oper in Klein Leppin
Wie der Name schon sagt, seit fünf Jahren wagt sich ein ganzes Dorf ans Opernspiel. Das Festpielhaus ist der ehemalige Schweinestall. An der ersten beiden Tagen sind – zunächst als öffentliche Generalprobe und dann als Aufführung – Szenen aus den Stücken der letzten Jahre, unter anderem aus dem Sommernachtstraum, Romeo und Julia und dem Freischütz zu sehen. Am letzten Tag wird Ein Sommermorgen aufgeführt – dazu gibt es Frühstück. Tel. 038787-707 44, www.prignitzsommer.de

21. Juni bis 6. September
Brandenburgische Sommerkonzerte – landesweit
Dorf- und Klosterkirchen, Schlösser und Parks, Baudenkmale und Open-Air-Bühnen, mit Klassikern auf Landpartie lernt man die besonderen Orte Brandenburgs kennen. Zum Programm gehören auch ländliche Kaffeetafeln, Führungen, Schiffsausflüge und vieles mehr. Zu den gewonnenen Musikern gehören dieses Jahr unter anderem Geigenstar Christian Tetzlaff, Max Raabe und sein Palastorchester, das Leipziger Streichquartett und der Dresdener Kreuzchor. Tel. 030-890 43 40, www.brandenburgische-sommerkonzerte.de

27. bis 29. Juni
8. Internationale Folklorelawine
An drei Tagen in drei Orten präsentieren über ein Dutzend Folkloregruppen aus allen Teilen der Erde ihre Kultur und ihre Traditionen. Die musikalische Weltreise zeigt abwechslungsreich und vielfältig das kulturelles Erbe der Menschheit. www.internationale-folklorelawine.de

2. Juli bis 17. September
Internationaler Orgelsommer 2008 in Potsdam
Eröffnet wird der Orgelsommer in der Friedenskirche Sanssouci. An zwölf Terminen werden die dortige, 2004 eingeweihte Woehl-Orgel und die 1964 gebaute Schukel-Orgel der Erlöserkirche bespielt. Besondere Aufmerksamkeit genießen angesichts seines 100jährigen Geburtstags die Werke des französischen Komponisten Olivier Messiaen. Tel. 0331-90 11 67, www.potsdamtourismus.de

4. bis 7. Juli
415. Traditioneller Moienmarkt in Schlieben
Moien sind Mägde, und die haben sich die Bauern früher hier ausgesucht – Sklavenmarkt light also. Übrig geblieben ist heute noch die Wahl zur Moienkönigin – die Kandidatinnen müssen besonderes Geschick in Haushaltstechniken beweisen. Durstige Kehlen können sich am örtlichen Wein laben. Tel. 035361-356 27

4. Juli bis 23. August

Theatersommer Netzeband

Der verwunschene Gutspark ist eine wunderbare Bühne. Als Wiederaufnahme ist Unter dem Milchwald zu sehen, neu im Repertoire sind Pinocchio und Teil 1 der Nibelungen. Am letzten Spieltag schließt sich an das Stück die Lange Nacht des Theaters an. Tel. 033924-799 36, www.theatersommer-netzeband.de

11. bis 13. Juli
Brandenburger Wasserfest in Fürstenberg/Havel
Das größte Volksfest der Prignitz verwandelt den sonst so beschaulichen Landtstrich für ein Wochenende in eine turbulente Bühne. Konzerte, Wassersportwettbewerbe, ein großes Schiffskorso und vieles mehr findet statt. Tel. 033093-322 54, www.fuerstenberger-seenland.de

11. Juli bis 14. September
Hörspielsommer an der Müritz
Die deutschlandweit einzige Hörspielkirche in Federow lädt zur nun schon vierten Saison ein. Täglich um 15 Uhr beginnt ein Kinderhörspiel, um 16.30 Uhr und 18.30 Uhr sind Erwachsenenhörspiele terminiert, mittwochs um 20 Uhr gibt es den Krimi zur Nacht und sonntags die Hörbibel. Das Beste: Der Eintritt ist frei. Tel. 0331-704 64 70, www.hoerspielkirche.de

18. und 19. Juli
Elblandfestspiele Wittenberge
Operette und Musik aus Hollywoodfilmen sind die Themen der Festspiele. Bei Stücken aus der Fledermaus, Cabaret, dem Phantom der Oper oder der West Side Story bleibt sicher kein Auge trocken. Tel. 03877-40 27 21, www.elblandfestspiele.org

19. bis 27. Juli
Bebersee-Festival 2008 in Groß Dölln
Der Festivalort ist durchaus ungewöhnlich – als Konzerthalle dient ein Flugzeughangar des ehemaligen Militärflughafens. Brahms allein – und mit Freunden lautet anlässlich des 175. Geburtstages des Komponisten das diesjährige Motto. Tel. 039882-630, www.bebersee.de

31. Juli bis 3. August
Spremberger Filmnächte
Vier Abende lang wird der Spremberger Marktplatz zum Freiluftkino. Auftakt bildet die Kurzfilmnacht, Abschluss die DEFA-Filmnacht. Auch für das leibliche Wohl der Besucher wird gesorgt. Prämiert wird das ausgefallenste Sitzmöbel. Tel. 03563-2432, www.spremberger-filmnaechte.de

1. bis 3. August

Flößerfest in Lychen

An Land locken Freßstände und ein traditioneller Handwerkermarkt, während nicht allzu wasserscheue Besucher durchaus ihre Freude am Floß fahren haben. Tel. 039888-39 39, www.lychen.de

1. August bis 18. September
Stadt-Land-Fluss Ergebnisse des 17. Landschafts-Pleinairs in Schwedt
Ein Dutzend nationaler und internationaler Künstler haben sich zwei Wochen lang vom Nationalpark Unteres Odertal inspirieren lassen. Bei der Vernissage am 1. August sind Ergebnisse des Schaffens erstmals zu bewundern. Dazu findet noch ein Künstlerfest statt. Tel. 03332-51 24 10, www.kunstverein-schwedt.de

8. und 9. August
Mamallapuram-Festival in Storkow
Gegründet wurde das Festival nach der Tsunamikatastrophe 2005, um für ein von den Wassermassen zerstörtes Waisenhaus Geld zu sammeln. Letztes Jahr traten vor romantischer Burgkulisse unter anderem Tomte, Mittekill und Kate Mosh auf. Auch dieses Jahr ist einem spannenden Programm zu rechnen. www.mamallapuram.de

9. und 10. August
10. Spreewälder Gurkentag in Golßen
Musik, Show und Unterhaltung nonstop versprechen die Veranstalter des Tages rund um das bekannteste Produkt des Spreewaldes. Daneben wartet ein Erlebnismarkt mit Spezialitäten und Köstlichkeiten aus Brandenburg auf Kunden, traditionelles Handwerk und sorbisches Brauchtum werden vorgeführt und das Gurkenköingspaar wird gekrönt. Tel. 03456-8426, www.spreewald-erlebnis.de

15. bis 17. August
Wasserspiele Templin
Wie jedes Jahr beginnen die Wasserspiele mit einer Vernissage. Unter dem Motto Von einer Seite zur anderen haben sich Künstler in Malerei und Plastik mit Brücken und anderen Wegen über das Wasser auseinandergesetzt. Im Anschluss führt der Zirkus Meer meditative Artistik vor. Am Samstag öffnet der Kunsthandwerkermarkt seine Pforten, spätnachmittags gibt es ein barocker Konzerterlebnis mit Feuerwerk am Stadtsee, abends ein Open-Air-Konzert. Den Abschluss bildet der Jazz-Frühschoppen am Sonntag. Tel. 03987-531 30, www.multikulturellescentrum.de

16. August
Potsdamer Schlössernacht
Wie alle Jahre wieder sind auch dieses mal bereits alle Karten vergriffen. Für die Auftaktveranstaltung am Vorabend sind noch Restkarten erhältlich. Das Helsinki Philharmonic Orchestra spielt Edvard Grieg und Robert Schumann. Der nächtliche Schlosspark ist während des Feuerwerks für die Konzertbesucher geöffnet. www.schloessernacht-2008.de

20. bis 24. August

Balletoper in der Slawenburg Raddusch
Vier Abende lang singt und tanzt das sorbische Nationalensemble in der modernen Nachempfindung einer slawischen Burg aus dem 9. Jahrhundert. Den Auftakt bildet Krabat oder die Erschaffung der Welt, an den drei folgenden Tagen ist das Jahr der Könige zu sehen. Tel. 035433-555 22, www.slawenburg-raddusch.de

23. August

195. Siegesfest Großbeeren

Knall, Bumm, Bäng: Bei der Nachstellung der historischen Schlacht, die für Napoleon in einem Debakel endete wird es laut. Doch die Bajonette sind stumpf. Historischer Handwerkermarkt, Ausstellungen und Theatervorführungen sind schmückendes Beiwerk. 033701-908 85, www.grossbeeren.de


30. August
4. Brandenburgische Meisterschaft im Gespannpflügen in Altranft
Die Koordination von Mensch, Pflug und Tier, egal ob Pferd, Rind oder Maultier, ist eine Kunst. Davon können sich die Zuschauer überzeugen. Gleichzeitig findet im Freilichtmuseum Altranft auch die Meisterschaft im Holzrücken statt. Tel. 03344-41 43 00, www.freilichtmuseum-altranft.de

4. bis 7. September
Pferdemarkt Havelberg
Rund 400.000 Besucher zieht der traditionelle Markt nebst modernen Komponenten wie einer Festmeile und einem Ballonfahrertreffen jährlich an. Trotzdem werden tatsächlich noch an die 1000 Pferde dabei verkauft. Tel. 039387-790 91, www.havelberg.de

5. bis 7. September
11. Perleberg Festival für Folk-, Lied- und Weltmusik
Klezmer, russische Volksweisen, Liedermachermusik, psychedelischer oder folkloristischer Jazz sind nur ein kleiner Ausschnitt der Bandbreite des Festivals, bei dem 25 Musikformationen aus aller Welt auf sechs Bühnen auftreten. Tel. 03876-781403, www.perleberg-festival.de

6. bis 14. September
Kunst-Tour Caputh
An zwei Wochenenden bitten ortsansässige Künstler zum Atelierbesuch. Sie lassen sich unter dem Motto Rennen sie offene Türen ein! in ihren Werkräumen – vom Einzelatelier im Hinterhof bis zum galerieähnlichen Großatelier – über die Schulter schauen. Tel. 033209-80743, www.kulturforum-schwielowsee.de

7., 13., 21. und 27. September

Hengstparade im Gestüt Neustadt/Dosse

Beindruckende Beispiele der Dressurkunst der Profis vom Haupt- und Landesgestüt sind an vier Tagen zu sehen. Sehr stimmungsvoll ist die Nachtshow am 27. September. Tel. 033970-502 90 , www.stiftung-bhlg.org

19. bis 28. September
Internationales Puppentheaterfestival Elbe-Elster-Land
Puppenspieler aus ganz Europa ziehen durch den Landkreis und führen ihre Stücke an verschiedenen Orten auf. Angeknüpft wird dabei an jene Zeit, als die Theaterleute noch zum fahrenden Volk gehörten. Rund 50 Aufführungen stehen an. Höhepunkt ist die „Lange Nacht des Puppenspiels“ am 27. September im Kreismuseum Bad Liebenwerda. Tel. 03535-46 51 04, www.lkee.de

20. September
Baruther Weinbergfest
Mehr als tausend Weinstöcke wurden in den letzten zwei Jahren gepflanzt. Damit knüpft Baruth wieder an seine jahrhundertealte Weinbautradition an. Den ersten, übrigens biologisch angebauten, Baruther Wein wird es voraussichtlich erst nächstes Jahr geben, zur Verkostung steht jedoch eine Auswahl von deutschen Bio-Weinen aus den auch hier gepflanzten Rebsorten. Tel. 033704-655 03 www.i-ku.net

21. September
Schorfheide-Lauf
Die Dorfkirche in Altkünkendorf ist Ausgangspunkt des Laufs durch die Schorfheide. Walking, Nordic-Walking, Wandern und Laufen sind die auf Strecken von 6 bis 42 Kilometern angebotenen Disziplinen, für Kinder wird eine 2 Kilometer lange Laufstrecke abgesteckt. Tel. 033337-400 27, www.schorfheide-lauf.de

28. September bis 19. Oktober
Herbstliche Wanderungen durch die Mark
Über Felder, Wälder und Wiesen, vorbei an einem Kiestagebau und am Spitzberg führt der Weg durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz zum Landgut Berkenbrück, wo es im Landgut-Café mit Suppenküche Gelegenheit zu ausgiebiger Erholung gibt. Kinder können sich in der Heuhüfburg austoben oder an der Staffelei ihre Malkünste ausprobieren. Ausgangs- und Zielpunkt ist der Bahnhof Woltersdorf bei Luckenwalde, die Anfahrt ist bequem mit der Bahn möglich. Tel. 030-84 37 77 37, www.landgut-berkenbrueck.de

4. und 5. Oktober
Spreewälder Kürbismarkt und Lübbenauer Bockbierfest
Kürbisschnitzel, -suppe oder -kuchen für den Magen und Kürbisbowle oder gleich ein Bockbier für die Kehle – hungrig oder durstig muss niemand von dann ziehen. Die schmackhaften Riesen werden dabei stilecht auf schwer beladenen Kähnen herangeschafft. Tel. 03542-2225, www.kuerbismarkt.de

25. und 26. Oktober

Großer Fischzug in Peitz

Unsere geschuppten Freunde treten nun ihre letzte Reise an – in Topf, Pfanne und Räucherofen. Ihr bisheriger Lebensraum, der Hälterteich, wird nämlich abgelassen. Frisch oder zubereitet gibt es vor Ort wieder Karpfen en masse. Tel. 035601-8150, www.peitz.de

30. Oktober bis 8. November

Unidram 2008 im T-Werk Potsdam

Zehn Tage lang wird innovatives Theater präsentiert, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, nach neuen Wegen zu suchen und Genregrenzen zu überschreiten. Eine überraschende Formenvielfalt – vom Bewegungstheater über Schauspiel, Musiktheater und Performance bis hin zu Figuren- und Objekttheater – zeichnet das Festival aus. Da die Gruppen aus ganz Europa keine Sprechstücke aufführen, entfällt auch die Sprachbarriere. Tel. 0331-71 91 39, www.unidram.de

11. bis 16. November

18. Festival des osteuropäischen Films in Cottbus

Unter dem Titel Neues Kino aus dem Baltikum liegt der diesjährige Fokus des renommierten Festivals auf der Filmproduktion von Estland, Lettland und Litauen sowie deren Bezug zu den anderen Ostseeanrainern. Wie jedes Jahr wird praktisch alles zu sehen sein, was östlich der Oder an Relevantem auf Zelluloid gebannt wurde. www.filmfestivalcottbus.de

22. und 23. November
14. Internationales Schlittenhunderennen in Spremberg
Statt Schneeverwehungen wird das Herbstlaub aufgewirbelt und die Schlitten haben Räder statt Kufen. Ansonsten ist aber eigentlich alles wie in Alaska. Nur mit Mühe können die Hundeführer – Musher im Fachjargon – ihre vierbeinigen Antriebsmittel im Zaum halten. Tel. 03563-949 00, www.alaskafeeling.de

22. und 23. November
Kunsthandwerkermarkt in Schwedt/Oder
In der Galerie am Kietz stellen Künstler und Kunsthandwerker aus der Uckermark, Berlin und Brandenburg ihre Produkte von 13 bis 18 Uhr zum Verkauf. Jeweils um 15 Uhr gibt es ein Kinderprogramm im Theaterkeller. Tel. 03332-51 24 10, www.kunstverein-schwedt.de

28. November, 5. und 17. Dezember
Krimi-Dinner im Vierseithof in Luckenwalde
Anlässlich der Testamentseröffnung trifft man sich zum Leichenschmaus. Ein scheinbar ganz normales Treffen der Sippe; was sich während des festlichen 4-Gang-Menüs abspielt lässt jedoch mysteriöse Verwicklungen ahnen. Am Ende eines aufregenden Krimiabends haben sich die eifrig miträtselnden Gäste vielleicht selber verdächtig gemacht, sind in die Irre geleitet worden oder haben sich als Detektive bewährt. Tel. 03371-626 80, www.vierseithof.de

1. bis 24. Dezember
Historischer Adventskalender in Brandenburger Altstädten
Täglich öffnet sich in einem historischen Gebäude in einer anderen Altstadt ein Adventstürchen. Häufig handelt es sich dabei um Bauwerke, die ansonsten nicht oder nur eingeschränkt für die Öffentlichkeit zugänglich sind. www.ag-historische-stadtkerne.de

4. bis 7. Dezember
Angermünder Gänsemarkt
Alles dreht sich an diesen Tagen um die Gans. Tot oder lebendig, frisch oder zubereitet – viel zu lachen hat das schmackhafte Federvieh nicht. Holzstapelwettbewerbe, Altstadtführungen, eine Fressmeile und vieles mehr gehören zum Programm. Tel. 03331-297660, www.angermuende-tourismus.de

6. Dezember
Weihnachtsmannparade in Brandenburg an der Havel
Diesmal passt es terminlich besonders gut. Direkt an Nikolaus übernehmen Weihnachtsmänner, Christkinder und Engel die Stadt. Nicht brandschatzend, obwohl der große Weihnachtsmarkt mit vorweihnachtlichen Spezialitäten und Kunsthandwerk den einen oder anderen dazu verleiten könnte. Tel. 03381-58 58 58

Weitere Termine und ausführlichere Informationen gibt es im Internet unter www.kulturfeste.de oder unter www.reiseland-brandenburg.de und in der Broschüre „Kulturfeste im Land Brandenburg“, zu bestellen gegen eine Versandkostenerstattung von 2,50 Euro bei Kulturfeste im Land Brandenburg, Tel. 0331-979 33 01 oder unter www. kulturfeste.de

Nicolas Šustr



Sicheres Abenteuer: Geführte Touren durch Brandenburg

Brandenburg. Leere Weiten, liebliche Täler, breite Ströme oder bizarre Bergbaufolgelandschaften, die erkundet werden wollen. Die großstädtische Natursehnsucht befriedigen, die Natur erobern. Doch soll das Naturerlebnis keinesfalls in eine Odyssee ausarten; durchnässt, hungrig und mutterseelenallein in der Pampa stehend, womöglich noch bei einem aufziehenden Gewitter, das ist für die meisten keine allzugroße Verlockung. Doch da gibt es was. Geführte Touren, zu Lande oder auf dem Wasser, zu Fuß, auf zwei oder vier Rädern, mit Unterstützung von vier Pfoten oder auf dem Kajak, fast alles ist möglich.
Mit majestätischer Gelassenheit und in beeindruckender Breite fließt die Oder, einer der letzten weitgehend intakten Flüsse Mitteleuropas, in Kienitz an Steffi Bartels Erlebnishof Uferloos vorbei. Ihr Hof ist Start- oder Zielpunkt von geführten Kanutouren auf dem Grenzfluss. Ob im Mannschaftskanadier für bis zu 10 Personen oder im klassischen Zweisitzer, die Oder ruft. Auch wenn die schiere Größe des Flusses Respekt einflößt, besonders gefährlich ist er nicht. Viele Leute haben Angst vor den Buhnen – die rechtwinklig in den Strom ragenden Dämme dienen der Wasserregulierung – da sich an deren Enden Strudel bilden. Doch die sind längst nicht so bedrohlich, wie manche sich das ausmalen. Auch Bojen („Die sind so groß und orange, die kann man eigentlich nicht übersehen.“) und Schiffe („Das sind ganz wenige und Wellen schlagen die auch kaum.“) sind keine wirkliche Bedrohung. „Man darf halt nicht träumen,“ fasst Steffi Bartels die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zusammen. Und wer erstmal das Kajak fahren üben möchte, der kann das im direkt beim Hof mündenden Oder-Altarm tun. Da gibt es keine Strömung.
Den idealen Tagesausflug für Berliner stellt die Grenzenlos-Tour dar. Nach Ankunft mit der Regionalbahn in Küstrin-Kietz geht es dort zu Fischer Schneider. Nach einem Snack werden die Kajaks zu Wasser gelassen. Während der drei- bis vierstündigen Passage zum Hof in Kienitz erklärt ein Landschaftsführer viel zum Strom und seinen Ufern. Auf dem Hof wird dann ordentlich aufgetischt und am späten Nachmittag geht es mit dem offenen Motorboot von Fischer Schneider wieder zurück zum Ausgangspunkt.
In der Lausitz ist wirklich unberührte Natur nicht zu erwarten. Der Braunkohletagebau hat tiefe Wunden in der Landschaft hinterlassen. Die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land gibt die Gelegenheit, den Landschaftsumbau von den wüstenähnlichen Tagebaurestlöchern zu einer zukünftigen Seenlandschaft hautnah mitzuerleben. Von Mai bis Oktober startet jeden 2. Samstag im Monat an den IBA-Terrassen in Großräschen unter dem Namen „Von der Wüste ins Wasser“ eine kombinierte Fahrrad- und Floßtour. Der Weg führt zunächst mit dem Fahrrad um den stillgelegten Tagebau Meuro herum, bis die Teilnehmer auf rekultivierte Flächen stoßen. Am Ufer des Sedlitzer Sees – einem halbgefüllten Tagebaurestloch – erwartet die Radler an weißgedeckter Tafel ein kleiner Imbiss. Mit dem Floß wird anschließend der See eine Stunde befahren. Der hat sich zu einem bevorzugten Brutgebiet von Möwen aus der ganzen Welt entwickelt. „Sogar unterschiedliche Arten haben sich untereinander gepaart und dadurch hat sich eine eigene, sogar fortpflanzungsfähige Art entwickelt,“ erzählt Ingolf Weichelt von der IBA. Aber natürlich wird noch viel mehr erläutert während der Tour. Im Anschluss an die Floßfahrt geht es per Rad wieder zurück nach Großräschen.
Vom gleichen Ausgangspunkt bietet die IBA von Mai bis September an jedem 3. Samstag im Monat eine Jeepsafari zum noch aktiven Tagebau Welzow-Süd. Bizarre Mondlandschaften und Gebiete, die die Natur langsam wieder zurückerobert, ziehen an einem vorbei. Bei einer kleinen Pause lädt vor dem schwarzen Kohleflöz wieder eine weißgedeckte Tafel zum Imbiss ein. Stundenlang könnte man auch den riesigen Schaufelradbaggern und Förderbrücken bei der Arbeit zusehen. Doch irgendwann geht es wieder zurück. Drei bis vier Personen und der Fahrer passen in so einen Jeep – selbst fahren darf man aber nur in Ausnahmefällen.
Wer den Kick sucht will mit dem Jeep aber selbst die Landschaft bezwingen. Das ermöglicht im eigenen oder gestellten fahrbaren Untersatz Oliver Bothe mit seinen Allradtouren. Im Tagebau Meuro gilt es im Zusammenspiel von Mensch und Maschine die Herausforderungen der tief zerfurchten Landschaft zu meistern. Schwindelerregende Steigungen wollen erklommen werden. „Eine Parkhausausfahrt wirkt im Vergleich wie ein abgeflachter Sandstein,“ sagt Bothe. Egal ob Anfänger oder Profi, ob leicht oder extrem, zwei Stunden oder zwei Tage, möglich ist alles. Rund 4000 Hektar Land können abseits von Straßen befahren werden. Tiere in freier Wildbahn beobachten, aber auch Staub, Schlamm und Rüttelpiste oder auch mal steckenbleiben, das sind die Erlebnisse, die locken. Natürlich sind auch Abstecher möglich, zur ehemaligen Brikettfabrik Louise oder den wie Burgruinen anmutenden Biotürmen Lauchhammer. Angeboten werden die Safaris zu jeder Jahreszeit und bei fast jeder Witterung. „Dafür sind es eben Geländewagen,“ meint Bothe.

Etwas gemächlicher geht es bei den von Martin Blavius rund um Rheinsberg angebotenen Quad-Safaris zu. Quads sind diese lustigen vierrädrigen offenen Gefährte, die irgendwas zwischen Trecker und Jeep darstellen. Beliebtestes Angebot ist die rund vier Stunden dauernde Erdferkel-Safari. In eher gemütlichen Tempo geht es durch Wälder, Felder und Wiesen im Norden Brandenburgs. Zwischen 50 und 65 Kilometer werden dabei zurückgelegt. Auch das eine oder andere Dorf wird dabei passiert. „Dann wird es nicht so eintönig. Außerdem staunen viele Leute, was sich selbst in den entlegenen Dörfern seit der Wende getan hat,“ sagt Blavius. Wichtig sind ihm auch kleine Pausen, bei denen Zeit für ein Gespräch und einen kleinen Imbiss bleibt. „Diese Tour überfordert auch niemanden,“ so seine Erfahrung.
Rund neun Stunden dauert die Große Rheinsberg-Adventure-Safari. Neben der Quadfahrt gehört ein zweistündiger Angelaufenthalt an einem Fischteich mit anschließendem Fischessen oder auch eine zweistündige Kanutour mit einem gemeinsamen Mittagessen in der freien Natur zum Programm. Möglich ist nach Wunsch alles, zum Beispiel ein Essen im Wald an weißgedeckter Tafel. „Das erleben der Schönheit der Natur und auch die Freude am Fahren sind mir wichtig,“ sagt Blavius.

Endurofahrer kommen gleich um die Ecke, in Wittstock, auf ihre Kosten. Von Kopfsteinpflaster über Schotter und Zuckersand bietet Jürgen Köhl Drei-Tages-Touren durch den Norden Brandenburgs und den Süden Mecklenburgs an. Rund 500 Kilometer Fahrt kommen an so einem langen Wochenende zusammen, höchstens 10 Prozent davon auf Straßen. „Wir kommen auf dem Weg immer wieder an Kies- und Sandgruben vorbei,“ sagt Köhl. Da kann man sich austoben. Sicherheit und Spaß stehen jedoch an erster Stelle. Vor der Fahrt werden die Motorräder gecheckt. Und während der Tour gibt der langsamste gibt das Tempo vor. „Ich will ja nicht, dass die Hälfte der Teilnehmer am Montag im Krankenhaus liegt,“ meint er. Wichtig sei auch die richtige Ausrüstung mit Protektoren, Brustpanzern und so weiter. Permanente Wasserdurchfahrten und steile Anfahrten gehören nicht zum Programm, allein schon das Fahren auf Sand sei auf Dauer anstrengend genug. Wichtigste Voraussetzung ist die eigene Enduro-Maschine. „Und ein bisschen sollte man schon auch damit gefahren sein,“ sagt Köhl.
Ein Naturerlebnis ganz ohne Technik, dafür aber mit tierischer Unterstützung, hat die Berliner Landpartie von Frauke Streubel im Angebot: Wandern mit Huskys. Dabei wird jeder Teilnehmer mit einem Bauchgurt ausgestattet, an dem der Hund mit einer Zugleine befestigt wird. Nach kurzer Zeit gewöhnt sich der Hund dabei ans eigene Tempo und fällt in einen angepassten Trott. Los geht es in der Nähe von Neuruppin, in zweieinhalb bis drei Stunden führt die etwa 14 Kilometer lange Route über Wald und Wiesen sowie durch das malerische Kunstertal. „Bevor es losgeht gibt es natürlich eine Einführung,“ sagt Streubel. Je nachdem, ob die Variante mit oder ohne anschließender rustikaler Mahlzeit am Lagerfeuer gewählt wird, liegt die Gesamtdauer bei vier bis fünfeinhalb Stunden.
Etwas größer ist die Herausforderung beim Mushertraining, also der Fahrt mit einem Gespann. Je nach Witterung mit Schlitten oder Übungswagen. Nach einer theoretischen Einführung geht es in der Kurzvariante zunächst als Beifahrer und dann als Fahrer auf den Wagen. In der Langversion steuert man von Anfang an den Wagen, der Trainer fährt parallel auf einem separaten Wagen. Einzig zu gutes Wetter kann einen Strich durch die Rechnung machen. „Wenn es zu warm ist, fahren wir den Huskys zuliebe nicht,“ sagt Streubel.
Das Überleben in der Natur lernt man bei Mike Dittrichs Outdoor- und Wildnistraining. Nicht überleben auf Biegen und Brechen, sondern die ursprünglichste Form, unabhängig und frei in der Natur zu leben, ist das Credo seines Lehrgangs. Beim langen Wochenende in Schlaubetal lernen die Teilnehmer unter anderem die Nahrungsbeschaffung, Selbstbergung, den Bau von Biwaks, die Gewässerdurchquerung, die Navigation und auch Bogenschießen und Axtwerfen. „Albernheiten wie das Essen von Regenwürmern überlassen wir anderen,“ sagt Dittrich. Das Programm ist so aufgebaut, dass jeder ohne Vorkenntnisse teilnehmen kann. Kondition und Fitness spielen eine untergeordnete Rolle. „Teamgeist und die Bereitschaft, witterungsbedingte Unwägbarkeiten in Kauf zu nehmen sind das Wichtigste,“ sagt er. Danach hat wohl jeder das Rüstzeug, alleine die Mark zu erkunden.

Nicolas Šustr

Freitag, 8. Februar 2008

Berlinale - Panorama: Občan Havel (Citizen Havel)

Tschechische Republik 2008, 119 min
Regie Pavel Koutecký, Miroslav Janek
Als Film aus der Präsidentenküche wird der Streifen in Tschechien beworben, für den Regisseur Pavel Koutecký seit 1992 den damals noch tschechoslowakischen später tschechischen Präsidenten Václav Havel mit der Kamera begleitete. Und tatsächlich ließ Havel die Kamera sehr nah ran. Ob politische Krisen , die Vorbereitungen beim Empfang wichtiger Staatsgäste oder in der für Havel sehr schwierigen Zeit nach dem Krebstod seiner ersten Frau Olga, der Zuschauer ist immer dabei. In einer Szene erklärt Havel sich in die Kamera, als er über den Konflikt zwischen seiner Rolle als Präsident und den Erwartungen seiner Freunde aus der Zeit als Dissident spricht. Nach dem Unfalltod von Pavel Koutecký führte Miroslav Janek den Film weiter. Die politischen Zusammenhänge werden sich dem deutschen Zuschauer wohl nicht ganz erschließen. Trotzdem möchten sicher viele Havel bei der Arbeit über die Schulter zu schauen.

Nicolas Šustr