Mittwoch, 7. Februar 2007

Hin und Her, Rauf und Runter — Pendelverkehr

Von Tiergarten nach Spandau in einer halben Stunde mit der S-Bahn, vom Wedding nach Neukölln mit der U8 in einer Viertelstunde. Toll! Dann mal schnell einsteigen. Nach zwei Stationen ist die Freude verflogen: „Ach, Pendelverkehr.“ Oder: „Mist, Schienenersatzverkehr.“ BVG und S-Bahn finden viele Anlässe für die unfreiwilligen Schnitzeljagden nach Ersatzbus-Haltestellen. Mal brennt außerplanmäßig ein Zug ab, oder Weichenerneuerung ist angesagt. Brückenbauarbeiten sind auch beliebt. Dauerbrenner ist jeden Sommer der Einbau von „Flüsterschienen“ auf der Hochbahn in Kreuzberg. Westdeutsche Bekannte vertrauen einem bei solchen Gelegenheit an, dass sie bisher das Wort Schienenersatzverkehr noch nicht kannten. Touristen stehen meist absolut ratlos auf dem Bahnsteig oder pendeln mit dem Zug hin und her, bis ihnen die Bahnhöfe allzu vertraut vorkommen. Dabei wollten sie doch einfach die Stadt kennenlernen und nicht Umfahrungsmöglichkeiten mit zwei Mal umsteigen. Vielleicht hat ja deshalb die DB angefangen, Fahrräder zu vermieten.
© Nicolas Šustr

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